«Das ganze leben»

... ist der Wahlspruch, der unser Logo begleitet und der sich, je nach Lesart, anders verstehen lässt. Wir wollen Mut machen, «das Ganze (Leben zu) leben». Denn wir sind der Überzeugung, dass auch der letzte Abschnitt des Lebens zum Menschsein gehört und eine Persönlichkeit weiter reifen lässt. Viele Ehrenamtliche mit Erfahrung bestätigen diesen Effekt: Hospizarbeit ist Lebensschule für alle Beteiligten. Wer hier einbezogen ist, Begleiter wie auch Angehörige, lernt Abschiede zu verarbeiten und das eigene Leben intensiver und bewusster zu leben.

     Der Satz spiegelt gleichzeitig die Breite des geplanten Angebots wider: Im Hospiz Zentralschweiz soll «das ganze Leben» Platz haben, Freude ebenso wie Trauer, die auch der Sterbende zu bewältigen hat; Zorn, Hilflosigkeit und Angst. Wir wollen dem etwas entgegensetzen: Sicherheit, Geborgenheit, Gehörtwerden, medizinisch-pflegerische wie auch seelisch-existenzielle Begleitung und Unterstützung, für den Bewohner wie auch seine Angehörigen. Alles, was für diesen Menschen dazu gehört, dass er sich heimisch und getragen fühlt – bis zu seinem treuen Begleiter auf vier Pfoten – soll in diesem Haus Platz haben.

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Was, wenn Pflege zuhause nicht mehr möglich ist? 

«Das Hospiz ist ein Ort der Ruhe, an dem Angehörige und Freunde, von der Pflege und vielen Sorgen entlastet, sich ganz dem Da-Sein für den Schwerkranken widmen können. Gemeinsam ist es hier möglich, das ganze Leben zu würdigen – bis zum Schluss.»

Eine Patientin, Mitte 50, mit Multipler Sklerose im fortgeschrittenen Stadium. Weil für sie die Nebenwirkungen in keinem Verhältnis zu den Belastungen stehen, hat sie, gemeinsam mit ihrem Mann, entschieden, auf weitere Therapien zu verzichten. Sie zieht es vor, das Leben möglichst auszukosten. So lange wie möglich zuhause sein zu können, bedeutet für sie hohe Lebensqualität. Ihre beiden Kinder - eins Primarschüler, eins in der Lehre - sind tagsüber gut betreut. Ihr Mann versucht alles, den Alltag zu organisieren. Da er als Angestellter eines Kleinbetriebs sein Pensum nicht weiter reduzieren kann, ist die Belastung immens.

Die Krankheit schreitet voran, eine Krise folgt der nächsten, die Belastungen für die Mutter nehmen zu. Der Pflegeaufwand infolge ihrer zunehmenden Lähmungen ist kaum noch zu bewältigen, die Kinder leiden darunter, ihre Mutter in diesem Zustand zu erleben. Trotz externer Hilfe ist die Familie kurz vor dem Kollaps. Wohin jetzt? Ein Pflegeheim als letzte Station ihres Lebens will die Frau nicht akzeptieren.


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