«Das ganze leben»

... ist der Wahlspruch, der unser Logo begleitet und der sich, je nach Lesart, anders verstehen lässt. Wir wollen Mut machen, «das Ganze (Leben zu) leben». Denn wir sind der Überzeugung, dass auch der letzte Abschnitt des Lebens zum Menschsein gehört und eine Persönlichkeit weiter reifen lässt. Viele Ehrenamtliche mit Erfahrung bestätigen diesen Effekt: Hospizarbeit ist Lebensschule für alle Beteiligten. Wer hier einbezogen ist, Begleiter wie auch Angehörige, lernt Abschiede zu verarbeiten und das eigene Leben intensiver und bewusster zu leben.

     Der Satz spiegelt gleichzeitig die Breite des geplanten Angebots wider: Im Hospiz Zentralschweiz soll «das ganze Leben» Platz haben, Freude ebenso wie Trauer, die auch der Sterbende zu bewältigen hat; Zorn, Hilflosigkeit und Angst. Wir wollen dem etwas entgegensetzen: Sicherheit, Geborgenheit, Gehörtwerden, medizinisch-pflegerische wie auch seelisch-existenzielle Begleitung und Unterstützung, für den Bewohner wie auch seine Angehörigen. Alles, was für diesen Menschen dazu gehört, dass er sich heimisch und getragen fühlt – bis zu seinem treuen Begleiter auf vier Pfoten – soll in diesem Haus Platz haben.

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Was, wenn Sie plötzlich alleine sind?

«Das Hospiz Zentralschweiz bietet Menschen am Lebensende, deren Netzwerk ihre Betreuung nicht (mehr) leisten kann, Schutz und Kraft für ein Sterben in Würde.»

Eine betagte Frau, 79 Jahre alt, wohnhaft in einer mittelgrossen Stadt. Die Witwe hat jahrelang mit Hingabe ihren Mann gepflegt. Spitex und der Hausarzt haben sie in dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützt. Die vielen Stunden allein mit dem Schwerkranken, die grosse Verantwortung bei der Betreuung in der letzten Lebensphase, die Ängste und der Abschiedsschmerz – das hat sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht. Die Unterstützung der Sterbebegleitgruppe in der Nacht hat ihr ermöglicht, mit ein paar durch geschlafenen Nächten noch einmal Kraft schöpfen zu können. Dass sie es so geschafft hat, ihren Mann, wie er es sich wünschte, zuhause sterben zu lassen, erfüllt sie mit tiefer Dankbarkeit.

Seit einigen Jahren lebt sie nun allein. Die wenigen meist Freundinnen, die ihr geblieben sind, befinden sich in einer ähnlichen Situation: kinderlos, die Kinder weit weg oder in ihrem eigenen Alltag eingebunden – wie das eben so ist im mittleren Lebensalter. Und sie fragt sich: «Wer schaut einmal zu mir, wenn mein Lebensende bevorsteht?»

 

 


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